12. März 2019

„Der kleine Unterschied, wenn Männer und Frauen ihr Gehalt verhandeln.“

Ein ausgesprochen schöner Auftakt ins Netzwerkjahr 2019.

Am 12. März haben wir das „neue female HR Network-Jahr“ mit unserem ersten Netzwerkabend in 2019 eingeläutet. In bester Gesellschaft und kleinerer Runde ging es um „den kleinen Unterschied in Gehaltsverhandlungen“.

Claudia Irsfeld, Personalleiterin einer Unternehmensberatung, Business Coach und Trainerin (www.be-on-track.de), ist Expertin in Fragen der Gehaltsverhandlungen und Karrieregestaltung für Frauen.

In enger Zusammenarbeit mit der Hochschule München gibt sie Trainings zu diesem Thema und erklärt nicht nur das Problem, vor dem Frauen in Gehaltsverhandlungen stehen, sie bietet gleichzeitig konkrete und praktische Lösungen an, den eigenen Wert auch monetär vertreten zu können.

„Der kleine Unterschied, wenn Männer und Frauen ihr Gehalt verhandeln“

Im Rahmen ihres Impulsvortrages zeigte Claudia anschaulich und mit einer großen Portion Humor die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Frauen und Männern in Gehaltsverhandlungen auf.

Wer nun damit gerechnet hat, ausschließlich Tipps für erfolgreiche Verhandlungstechniken zu bekommen, lag allerdings falsch. Claudias Arbeit besteht darin, erst einmal ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass der Ursprung dieses „Problems“ in tiefsitzenden Stereotypen – Gender-Stereotypen – liegt.

„Frauen stecken also grundsätzlich in einem Dilemma.“

Verhandelt und argumentiert eine Frau inhaltlich ebenso wie ein Mann, ist es genau das, was ihr im wahrsten Sinne des Wortes „auf die Füße fällt“. Denn niemand von uns, auch nicht wir Frauen in unserer HR-Rolle, können uns erstmal hundertprozentig von Zuschreibungen alter Stereotypen freimachen. In der Praxis nehmen wir also ein unbewusstes Störgefühl wahr, das unser eigenes Handeln und unseren eigenen Blick auf die Situation ebenso unbewusst beeinflusst.

Was können wir mit diesem Wissen und Bewusstsein nun genau anders und besser machen – um einerseits selbst erfolgreicher für uns zu verhandeln und andererseits in unserer HR-Rolle dafür zu sorgen, uns in Auswahl- oder Gehaltsverhandlungsprozesses nicht von einem unbewussten Störgefühl beeinflussen zu lassen?

„Natürlich weiterhin die Basics erfüllen – gute Vorbereitung auf ein Gespräch und Recherche zu marktüblichen Gehältern“, sagt Claudia. Wenn diese Hausaufgaben gemacht sind, geht es darum, sich die genderspezifischen Unterschiede zunutze zu machen. Und hier lautet eines der Schlagwörter „Fürsorge“.

„Fürsorge“ ist die stereotyp „weiblichste“ Fähigkeit, nämlich die für andere mitzudenken und zu sorgen. In der Gehaltsverhandlung könnte das argumentativ etwa so lauten: „Wenn ich hier meine Kompetenzen einbringe, dann profitieren sehr viele davon.“ Ebenso stereotyp macht es für Frauen Sinn, die eigenen Argumente anzuführen und gleichzeitig die daraus resultierenden positiven Auswirkungen auf die Ziele der Abteilung oder das Wohlergehen der Firma zu betonen.

Hat man das als Frau im Gespräch getan, darf das allerwichtigste nicht vergessen werden:

„Genauso viel Gehalt fordern, wie ein Mann!!!“

Danke, Claudia, für deinen wertvollen Input und den Raum zur Reflexion.

Danke an unsere Teilnehmerinnen für den regen Austausch im Anschluss an den Vortrag. Wir blicken auf einen sehr informativen aber auch einen sehr humorvollen und gemütlichen Abend zu einem doch wichtigen gesellschaftlichen Thema zurück.

Herzlichst,

Barbara & Jessica

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